Wandern auf Oahu

20 10 2011

Die Schönheit von Oahu sieht man erst, wenn man Waikiki verlässt. Am besten geht man in die Berge, wo man eine unglaubliche Vielfalt an Pflanzen findet, die ich zumindest vorher noch nicht gesehen habe. Mittlerweile war ich schon auf fünf Trails (Wanderwegen) unterwegs und kann es kaum erwarten, noch mehr zu erkunden. Bisher haben wir jedes Mal etwas Neues entdeckt!

1-maunawili-falls-hike Unseren ersten Ausflug haben Christoph, Michael und ich mit dem Intercultural Club der HPU unternommen. Dort haben wir auch Sierra und Tim kennen gelernt, mit denen es dann noch zu anderen Wanderungen ging. Für den Einstieg waren die Maunawili Falls ein gutes Ziel. Der Hinweg dauerte keine Stunde und am Schluss wurden wir mit einem schönen Wasserfall belohnt, von dem man sogar springen konnte. Ich war überrascht, wie nass der Wald ist und war am Anfang etwas unsicher, da wir ständig über Schlamm, rutschige Wurzeln und über kleine Bäche laufen mussten. Aber mit der Zeit gewöhnt man sich auch daran.

2-nakoa Für den zweiten Hike haben wir uns über eine Stunde in den Bus Richtung Norden zum Kahana Valley State Park gesetzt. Wir hatten uns einen schönen Rundweg mit dem Namen “Nakoa Trail” herausgesucht. Er dauerte gut zwei Stunden und wir mussten einmal sogar unsere Schuhe ausziehen, um einen Fluss zu durchqueren. Unfreiwillig begleitet wurden wir von einem Einheimischen, der uns etwas verrückt vor kam, da er gelegentlich mit den Göttern und sich selbst sprach. Der Wald soll der Ort mit der höchsten Luftfeuchtigkeit auf Oahu sein. In der Tat war das Klima anders als in Honolulu, was sich auch gleich durch aggressive Insekten bemerkbar machte. 2b-kapaeleele-koa-trail Als ich die Socken ausziehen musste, um den Fluss zu überqueren, haben sich die Mistviehcher direkt auf die Stelle gestürzt, wo kein Insektenspray aufgesprüht war. Im Anschluss hatten wir noch etwas Energie übrig und sind dann direkt noch den Kapa’Ele’Ele Ko’a Trail gelaufen. Vom höchsten Punkt aus hatte man einen traumhaften Blick auf die Küste und die Bucht, in der wir zum Abschluss noch gebadet haben.

Die Maona Falls waren keine richtige Wanderung, sondern eher ein Spaziergang für Touristen. Der Weg war trotzdem sehr schön und am Ende kam man an einen sehr hohen Wasserfall. Baden war allerdings verboten. Besonders gut gefallen haben mir die Bambus Bäume, die im Winde geklappert haben.

5-maona-falls-trail Über unseren besten, weil schönsten, aufregendsten und anstrengendsten Trail werde ich noch separat berichten. Er ging zum Mount Olympus, dauerte fünf Stunden und fand auch in unbewachtem Terrain statt. Ihr dürft gespannt sein! Die Fotos zu allen Wanderungen sind schon online und sind sowohl im Reiter Fotos als auch auf meinem Facebook Profil zu finden.

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Der vermutlich kürzeste Friseurbesuch meines Lebens

18 10 2011

Spontan entschieden Christoph und ich nach dem Lernen zum Friseur zu gehen. Seine Haaren waren schon länger zur lang und ich wollte auch mal wieder nach etwas aussehen. Unsere Wahl fiel auf Supercuts, einen günstigen Friseur neben Walmart, der uns aber mehrfach empfohlen wurde. 15 Minuten saß ich auf dem Sessel – ein neuer Rekord!

Wir wurden auf eine Warteliste gesetzt und kamen nach einer halben Stunde dran. Der Einstieg war etwas mühsam, da ich erklären musste, wie ich meine Frisur haben möchte. Offensichtlich hat man hier keine “Stairs”, sondern “Layer” im Schnitt. Entgegen dem, was ich gewohnt bin, wurden meine Haare nur besprüht und nicht komplett nass gelassen. In supercuts Deutschland wird mir immer versichert, dass die nötig sei – genau wie Shampoo, Conditioner und Haarkur, die mir bei der Gelegenheit immer unter geschoben werden. Ohne große Diskussionen legte mein Friseur los. Besonders kreativ wollte er wohl nicht mehr sein, da er einfach nur anfing los zuschnippeln. Aber er sah auch schon sehr müde aus. Ein großer Unterschied zu Deutschland ist auch, dass man sich nicht unterhält. Keine aufgezwungenen, peinliche Gespräche über Nichtigkeiten. Das ist normaler Weise in meinem Sinne, aber in den USA hatte ich wirklich mit Anderem gerechnet, da man sich hier sonst eigentlich mit Jedem über alles Mögliche unterhält.

Als der Friseur sein Werk beendet hatte, hat ich kein Stylingprodukt im Haar und er hat sich auch sonst keine besondere Mühe gegeben, dass es irgendwie fancy aussieht. Seltsam. Jeder Versuch, ein bisschen Umsatz zu machen, wurde unterlassen. Ich habe sogar versucht, Haarschaum zu kaufen. Nichts! Am Ende zahlte ich 18$ plus Trinkgeld für den Haarschnitt. So richtig begeistert bin ich zwar nicht, aber das ist vermutlich auch von der Effizienz und Kälte des Friseursalons beeinflusst.

Der Friseurbesuch unterschied sich von allem, was ich bisher in Deutschland erlebt habe. Das Erlebnis bleibt aus, aber die Haare sind geschnitten. Nun ja, nach Weihnachten kann ich mich dann ja wieder verwöhnen lassen und mit einem guten Gefühl nach Hause gehen.

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Seit drei Wochen ohne iPhone und trotzdem glücklich

14 10 2011

Heute vor drei Wochen habe ich mein iPhone 3GS im Kualoa Regional Park nördlich von Honolulu verloren. Seitdem ich die Hoffnung aufgegeben habe, es wiederzufinden, warte ich sehnsüchtig auf das iPhone 4S und lebe bis dahin ganz gut ohne Smartphone.

Ich habe es wirklich genossen, das iPhone in den USA dabei zu haben. Nicht nur, weil in den USA Social Media Tools wie Facebook, Twitter, Foursquare und Yelp zu Marketingzwecken deutlich intensiver genutzt werden als in Deutschland – was für mich sehr spannend ist, sondern auch, weil Google Maps ein nützlicher Helfer ist, wenn es darum geht den Busplan nachzuschlagen oder den Weg zu finden. In Deutschland bin somit mit meinem iPhone immer online gewesen. Sobald Zeit ist, ich auf irgendetwas warte, S-Bahn fahre oder etwas nachschauen möchte, ist es zur Hand. (Wobei ich an dieser Stelle hinzufügen möchte, dass ich nicht ständig darauf herumdrücke, wenn ich mich mit Menschen treffe. Diese Unsitte, beim Essen das Telefon auf den Tisch legen zu müssen, um, falls eine E-Mail kommt, sofort darauf reagieren zu können, obwohl man sich eigentlich mit seinem Gegenüber unterhalten könnte, macht mich verrückt.)

Was für eine zentrale Rolle das kleine Multitalent in meinem Alltag gespielt hat, wurde mir vor allem bewusst, als ich für meine Convergence Communications Class an der HPU über meinen Kommunikationsstil bloggen sollte. Ich habe den Artikel “Tribute To Digital Communication” genannt, was nun auch nicht ganz aus der Luft gegriffen ist, da bei mir wirklich das Meiste online stattfindet und selbst die Offlinekommunikation teilweise über das iPhone organisiert ist. Ohne mir darüber bewusst zu sein, schrieb ich: “As I really enjoy electronic ways of communication, I do almost everything but personal communication over my iPhone when I am not at home.” Ironischer Weise ist das iPhone eine Woche nach Veröffentlichung dieses Artikels verloren gegangen. Irgendwie glaube ich nicht an Zufälle.

Die erste Woche war ziemlich hart. Zum einen, weil ich mir oft gedachte habe, dass ich jetzt gerne schnell ein Foto machen würde oder etwas nachschauen könnte, aber es nicht ging, da das iPhone ja weg war. Zum anderen, weil meine Freunde mich aufgezogen haben. Außerdem war die Trauer um die schöne Mickey Mouse Hülle, die ich mir in Downtown Disney gekauft habe und der schnöden Restwert von ca. 200€ noch präsent. Ach ja.. im Unterricht nichts zum Spielen zu haben, wenn man sich langweilt, kann auch zermürbend sein. Die zweite Woche war davon geprägt, dass ich mir Ersatz beschaffen wollte. Da das iPhone 4S bereits angekündigt war, stand es nicht zur Diskussion, dass ich mir für zu viel Geld das iPhone 4 kaufe, wenn ich eigentlich ohnehin das 4S haben wollte. Deshalb liebäugelte ich mit dem iPad 2, mit dem man schließlich auch bequem mobil online gehen kann und dem iPod Touch, der zumindest für die USA (vom GPS abgesehen) seinen Zweck erfüllen würde. Leider sind beide Geräte dafür, dass ich sie eigentlich sonst nicht brauche, recht teuer. Der notorische Kaufzwang unterdrückte ein wenig die Sehnsucht und langsam kam ich auch ohne Google Maps und Foursquare Check-Ins zurecht. In der dritten und aktuellen Woche fehlt mit das iPhone gar nicht mehr. Es wäre zwar schön eins zu haben, weil ich einfach gern damit herumspiele, aber es geht tatsächlich auch ohne. Ein bisschen stressfreier ist es auch, nicht ständig nach Neuigkeiten gucken zu “müssen”.

Irgendwann im November wird es das 4S in den USA unlocked geben und so muss ich nun den Oktober noch ohne Smartphone auskommen. Es ist schon schade, dass ich mir nicht von Yelp Restaurants in der Nähe empfehlen lassen kann. In den USA wird der Dienst nämlich ausreichend genutzt, sodass man die Bewertungen auch halbwegs ernst nehmen kann. Auch die Coupons, die man über Foursquare ergattern kann, vermisse ich. Aber dieses seltsame Suchtgefühl, mit dem ich nun über mehrere Wochen gerechnet habe, ist nach wenigen Tagen verflogen.   Ich hatte ernsthaft überlegt, in Zukunft ganz ohne Smartphone zu leben. Aber das ist ja völliger Unsinn!

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Die ersten Wochen an der Hawai’i Pacific University

29 09 2011

Für den ein oder anderen Bekannten aus Deutschland haben die Worte “Hawai’i” und “University” wie ein Widerspruch geklungen. In Honolulu gibt es mehrere Universitäten und auch auf den anderen Inseln kann man sich weiterbilden. Entgegen der verbreiteten Vorstellung von Hawai’i wird hier nicht den ganzen Tag Hula getanzt und aus Kokosnüssen getrunken. Die Menschen führen ganz normale Leben. Und es kommt noch schlimmer: man muss tatsächlich arbeiten!

Drei Kurse à 3 Credits dürfen wir an der HPU belegen – das klingt zunächst nach nicht so viel Arbeit. Taktisch klug haben wir die Kurse gewählt, die von Dienstag bis Donnerstag stattfinden. Natürlich Abends (17:15Uhr-20:10Uhr), damit man noch etwas vom Tag hat und zudem ein langes Wochenende frei hat, um auch mal die anderen Inseln besuchen zu können. Ich hatte schon eine dunkle Vorahnung, als mein Studiengangsleiter in Dortmund sagte, dass wir nicht so viel Zeit haben würden, um am Strand zu liegen. In der Tat bekommen wir jede Woche Hausaufgaben auf, die pro Fach, je nachdem, wie viel Mühe man sich gibt und wie viel man auf bekommt, ein bis fünf Stunden pro Woche in Anspruch nehmen.

Eingang Meader Library Unser Campus ist in Downtown, wo sich das Geschäftsleben von Honolulu abspielt. Mit dem Bus fahren wir von Waikiki ca. eine halbe Stunde, allerdings kann das zur Rushhour schonmal knapp eine Stunde sein. Deshalb fahre ich immer früher hin und mache in der Bibliothek meine Hausaufgaben. Zum einen habe ich dort einen richtigen Tisch mit höhenverstellbarem Stuhl und eine schnelle Internetverbindung. Auf dem Foto seht ihr den Eingang der “Meader Library”. Die Räume sind auf verschiedene Gebäude im Business District verteilt. Demnächst werde ich noch weitere Fotos von Downtown hochladen. Der schöne Campus der HPU ist übrigens in den Bergen – der Loa Campus. Allerdings kann ich dort keine der Vorlesungen belegen.

Dienstags haben wir “Strategic Brand Management”. Wir mussten ein Buch kaufen, dass im Bookstore 127$ gekostet hat. Soetwas würde einem in Deutschland nicht passieren. Aber das Buch ist wirklich gut! Wir müssen pro Woche ca. 30 Seiten lesen und dann passend zum Kapitel ein Opinion Paper (1 Seite) schreiben. Zudem arbeiten wir an unserem “Brand Project” (2 Seiten). Wir haben uns eine Produktkategorie ausgewählt, in der wir dann nach und nach unsere Marke mit Kommunikationsstrategie entwickeln. Ich habe mich für kohlensäurehaltige und nicht-kohlensäurehaltige Säfte entschieden. Mir schwebt Apfelschorle vor, weil es soetwas hier nicht gibt, aber vielleicht entwickelt sich die Idee auch noch anders.

Mittwochs ist dann “Marketing Promotion Management” dran. Hier geht es irgendwie um alles Mögliche. Es begann recht strukturiert mit einer Einführung, was wir uns unter dem Fach vorzustellen haben. Letzte Woche musste ich dann eine Präsentation über Maslow halten und jetzt habe ich das Gefühl, dass es ein langer Weg bis zur Promotion wird. Die Dozentin ist von ihrer Persönlichkeit her aber sehr beeindruckend. Bisher hatte ich eher junge Dozenten, aber diese Dame ist schon über 60 und hat eine lange Karriere im Marketing des Gesundheitswesens hinter sich.

Den krönenden Abschluss macht “Convergence Communications” – mein Lieblingsfach: sowohl thematisch als auch vom Dozenten her. Hier brauchen wir kein Buch, das uns ein Vermögen kostet, sondern nur unseren Class Blog und die Facebook-Seite. Hier postet unser Dozent regelmäßig Artikel, die wir lesen müssen. Außerdem ist es unsere Hausaufgabe, pro Woche einen Blogartikel zu einem vorgegebenen Thema zu schreiben und einen interessanten Link auf die Facebook-Seite zu posten. Für das Fach habe ich mir also zusätzlich einen kleinen Blog bei tumblr eingerichtet. Dort habe ich bereits über meine Kommunikationsstile und über den Facebook Newsfeed geschrieben.

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UV-Strahlen, Sonne, Meer

8 09 2011

Das harte Leben hat hier zwar schon begonnen, trotzdem haben wir bereits vier verschiedene Strände erkundet. Natürlich waren wir in Waikiki, wo der Strand Kuhio Beach Park genannt wird, in Lanikai, in Kailua und in Hanauma Bay.

waikiki Der Strand von Waikiki ist zu Fuss keine zehn Minuten entfernt. Das ist sehr praktisch, weil man im Bikini und mit Handtuch zum Strand läuft, sich hinlegt und zum Duschen schnell wieder zuhause ist. Und wenn man möchte, kann man morgens schnell mal ins Meer hüpfen, bevor es dort voll wird und man seinen ganzen Tag am Strand vertrödelt. Tagsüber ist es dort für meinen Geschmack nämlich viel zu voll, weshalb ich, wenn wir ohnehin den ganzen Tag Zeit haben, es vorziehe, ein bisschen mit dem Bus zu fahren und dann etwas mehr Platz zu haben.

Lanikai Wenn man sich eine Stunde in den Bus setzt, kommt man nach Kailua. Die Wellen dort sind nicht zum Surfen geeignet, aber dafür kann man gut schwimmen, Paddleboard fahren oder sich ein Kajak mieten. Mit dem Kajak darf man zu den kleinen Inseln fahren, die unweit des Strands liegen. Noch etwas weniger Menschen befinden sich in Lanikai – dort ist man, wenn man circa zehn Minuten von Kailua aus läuft. Lanikai soll einer der schönsten Strände der Welt sein und tatsächlich sind das Wasser, die Natur und der Sand traumhaft.

Hanauma Bay Hanuma Bay ist – wie der Englischkönner möglicherweise erkennt – eine Bucht. Dort kann man wundervoll schnorcheln gehen, weil an den Riffen viele Korallen leben, von denen sich unzählige Fische ernähren. Nachdem man sich einen furchtbar langweiligen Einführungsfilm angesehen hat, darf man den Strand betreten und ins Wasser gehen. Wir sind knapp über den Riffen langeschnorchelt und waren so direkt an den Fischen. Man darf nichts berühren, da sonst die Natur gestört wird – Angst haben die Fische aber nicht. Wenn man Glück hat, sieht man wohl auch Schildkröten. Hierhin kommen wir definitiv nochmal hin zurück, es ist einfach super durchs Wasser zu gleiten und die Lebewesen zu beobachten!

Natürlich gibt es noch viele weitere Strände, die wir in den nächsten Monaten auskundschaften werden. Zunächst steht allerdings erstmal wandern auf dem Plan.

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