Seit drei Wochen ohne iPhone und trotzdem glücklich

14 10 2011

Heute vor drei Wochen habe ich mein iPhone 3GS im Kualoa Regional Park nördlich von Honolulu verloren. Seitdem ich die Hoffnung aufgegeben habe, es wiederzufinden, warte ich sehnsüchtig auf das iPhone 4S und lebe bis dahin ganz gut ohne Smartphone.

Ich habe es wirklich genossen, das iPhone in den USA dabei zu haben. Nicht nur, weil in den USA Social Media Tools wie Facebook, Twitter, Foursquare und Yelp zu Marketingzwecken deutlich intensiver genutzt werden als in Deutschland – was für mich sehr spannend ist, sondern auch, weil Google Maps ein nützlicher Helfer ist, wenn es darum geht den Busplan nachzuschlagen oder den Weg zu finden. In Deutschland bin somit mit meinem iPhone immer online gewesen. Sobald Zeit ist, ich auf irgendetwas warte, S-Bahn fahre oder etwas nachschauen möchte, ist es zur Hand. (Wobei ich an dieser Stelle hinzufügen möchte, dass ich nicht ständig darauf herumdrücke, wenn ich mich mit Menschen treffe. Diese Unsitte, beim Essen das Telefon auf den Tisch legen zu müssen, um, falls eine E-Mail kommt, sofort darauf reagieren zu können, obwohl man sich eigentlich mit seinem Gegenüber unterhalten könnte, macht mich verrückt.)

Was für eine zentrale Rolle das kleine Multitalent in meinem Alltag gespielt hat, wurde mir vor allem bewusst, als ich für meine Convergence Communications Class an der HPU über meinen Kommunikationsstil bloggen sollte. Ich habe den Artikel „Tribute To Digital Communication“ genannt, was nun auch nicht ganz aus der Luft gegriffen ist, da bei mir wirklich das Meiste online stattfindet und selbst die Offlinekommunikation teilweise über das iPhone organisiert ist. Ohne mir darüber bewusst zu sein, schrieb ich: „As I really enjoy electronic ways of communication, I do almost everything but personal communication over my iPhone when I am not at home.“ Ironischer Weise ist das iPhone eine Woche nach Veröffentlichung dieses Artikels verloren gegangen. Irgendwie glaube ich nicht an Zufälle.

Die erste Woche war ziemlich hart. Zum einen, weil ich mir oft gedachte habe, dass ich jetzt gerne schnell ein Foto machen würde oder etwas nachschauen könnte, aber es nicht ging, da das iPhone ja weg war. Zum anderen, weil meine Freunde mich aufgezogen haben. Außerdem war die Trauer um die schöne Mickey Mouse Hülle, die ich mir in Downtown Disney gekauft habe und der schnöden Restwert von ca. 200€ noch präsent. Ach ja.. im Unterricht nichts zum Spielen zu haben, wenn man sich langweilt, kann auch zermürbend sein. Die zweite Woche war davon geprägt, dass ich mir Ersatz beschaffen wollte. Da das iPhone 4S bereits angekündigt war, stand es nicht zur Diskussion, dass ich mir für zu viel Geld das iPhone 4 kaufe, wenn ich eigentlich ohnehin das 4S haben wollte. Deshalb liebäugelte ich mit dem iPad 2, mit dem man schließlich auch bequem mobil online gehen kann und dem iPod Touch, der zumindest für die USA (vom GPS abgesehen) seinen Zweck erfüllen würde. Leider sind beide Geräte dafür, dass ich sie eigentlich sonst nicht brauche, recht teuer. Der notorische Kaufzwang unterdrückte ein wenig die Sehnsucht und langsam kam ich auch ohne Google Maps und Foursquare Check-Ins zurecht. In der dritten und aktuellen Woche fehlt mit das iPhone gar nicht mehr. Es wäre zwar schön eins zu haben, weil ich einfach gern damit herumspiele, aber es geht tatsächlich auch ohne. Ein bisschen stressfreier ist es schon, nicht ständig nach Neuigkeiten gucken zu müssen.

Irgendwann im November wird es das 4S in den USA unlocked geben und so muss ich nun den Oktober noch ohne Smartphone auskommen. Es ist schon schade, dass ich mir nicht von Yelp Restaurants in der Nähe empfehlen lassen kann. In den USA wird der Dienst nämlich ausreichend genutzt, sodass man die Bewertungen auch halbwegs ernst nehmen kann. Auch die Coupons, die man über Foursquare ergattern kann, vermisse ich. Aber dieses seltsame Suchtgefühl, mit dem ich nun über mehrere Wochen gerechnet habe, ist nach wenigen Tagen verflogen.   Ich hatte also ernsthaft überlegt, in Zukunft ganz ohne Smartphone zu leben. Aber das ist ja völliger Unsinn!

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