Facebook als Herausforderer unserer Medieninkompetenz

17 05 2010

In den letzten Wochen ist mir bewusst geworden, wie schlecht es im Allgemeinen um die Medienkompetenz im Bereich der Social Networks bestellt ist. Erschreckender Weise zieht dieses Phänomen weitere Kreise als ich bisher annahm, da sich nicht nur pubertierende Jugendliche oder Internetneulinge Fehltritte erlauben, sondern auch Leute vom Fach, die aufgrund ihres akademischen Hintergrundes sich eigentlich reifer verhalten sollten.

facebook-logo Das Web 2.0 mit seinem sozialen Netzwerk Facebook ist kein Unbekannter. Viele Teenager und immer mehr Erwachsene, auch über 50, sind registriert und wem es doch noch zu undurchschaubar ist, der hat zumindest schon in der Zeitung davon gelesen. Diskussionen über die Privatsphäre, Gefahren für Arbeitssuchende durch peinliche Partyfotos oder auch Möglichkeiten im Bereich des Marketings sind regelmäßig Teil der Berichterstattung. Auch die Politik hat begriffen, dass das Internet ein ernstzunehmendes Thema ist und bietet für Eltern, Kinder und Pädagogen Informationsmaterial an, welches die sogenannte Medienkompetenz fördern soll.

Doch was ist eigentlich Medienkompetenz? Definition gibt es viele, mir sind im Bezug auf das Thema die folgenden drei Punkte aufgefallen:

1. Die Fähigkeit, die jeweilige „Mediensprache“ verstehen und analysieren zu können, d.h. Medien „lesen“ zu können.
Das klingt banal – eine Sache, die man Schülern erklärt, wenn man ihnen erzählt, dass die Nachrichtenqualität von Bild eine andere sein kann als die der FAZ. Tipp: Der Inhalt auf sozialen Netzwerken wird von Nutzern produziert. „User generated content“ heißt der englische Fachbegriff und macht den Reiz der Angebote aus.

2. Die Produktionsbedingungen von Medien und ihren Bezug zur gesellschaftlichen Wirklichkeit einschätzen zu können.
Auf Facebook findet man oft Dinge, die im wahren Leben nicht einmal ausgesprochen würden. Es sind die unmittelbaren Gedanken zu einem Thema. 98950388 Young woman whispering.Es mag die Aufforderung „Was machst du gerade?“ sein oder einfach nur die Tatsache, dass einem niemand gegenübersteht, wenn man seine Gefühle in den Cyberspace posted. Außerdem macht es Spaß mit seinen Mitmenschen online zu kommunizieren. Je mehr man schreibt, umso mehr Antworten erhält man – selbst wenn der Inhalt eigentlich total uninteressant ist. Dass man selbst seine Ergüsse schon ein paar Stunden beim zweiten Mal hinsehen am liebsten wieder löschen würde, hilft leider auch nicht, wenn ein Kollege die Zeilen möglicherweise schon weiter getratscht oder – noch schlimmer – dabei auch noch falsch interpretiert hat. Dies sollte aber nicht nur dem Schreiber, sondern auch dem Leser bewusst sein. Auch wenn es vielleicht besser nicht so wäre: Postings auf Facebook entsprechen eher einem Tagebucheintrag als einer offiziellen Stellungnahme.

3. Medien gestalten und zur Kommunikation einsetzen zu können, als Erweiterung der eigenen Handlungs- und Ausdrucksfähigkeit (aktiver Medienumgang) – so z. B. für die Gestaltung einer eigenen Homepage.
Wer sich bewusst im Internet bewegt und von sich behaupten möchte, dass er nicht wie die Affen im Zoo sein Leben präsentiert, überlegt sich zwei Mal, welche Informationen er wie veröffentlicht. Selbst wenn man gern viel über sich preis gibt, sollte man im Hinterkopf behalten, dass manche Inhalte auf die Leser, selbst wenn man nicht direkt mit ihnen „befreundet“ ist, abschreckend wirken können.

Facebook ist doch noch neuer für uns, als wir meinen. Selbst diejenigen unter uns, die für Bewerbungen schon das ein oder andere Foto gelöscht haben oder grundsätzlich lieber gar nichts posten, sind sicher schon in die eine oder andere Falle getappt. 98844936 Two businessmen fighting Fehlinterpretationen, Falschinformationen oder auch überschwängliche Emotionen  sind Ursachen dafür, dass das virtuelle Leben teilweise erhebliche Einflüsse auf unser „real life“ hat. Wer sich das nicht bewusst macht, unterschätzt die Macht von Facebook. In diesem Bereich ist meiner Meinung nach noch einiges an Aufklärungsarbeit zu leisten. Solange immer noch blind alles geposted wird, was durch die Köpfe der User strömt und davon immer noch zu viel auf die Goldwaage gelegt wird, kann in keinem Fall von Medienkompetenz in Sachen Social Web die Rede sein.

Falls sich irgendjemand durch diesen Artikel persönlich angesprochen fühlt, möchte ich an dieser Stelle darauf hinweisen, dass dies nicht beabsichtigt war. Wenn dennoch Aggressionen freigesetzt wurden, bin ich gern zu einem persönlichen Dialog bereit.


Bilder:
Facebook Logo
Young woman whispering. – Getty Images
Two businessmen fighting – Getty Images
Link:
Seite zum Thema Medienkompetenz des Landes Hessen http://www.medienkompetenz-hessen.de/dynasite.cfm?dsmid=9917

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Oh nein, jetzt heult er

15 07 2009

Ich habe mich eben meinen Account im SchülerVZ gelöscht. Das Abschiedsbild ist herzzerreißend.

schuelervz

In tiefer Trauer: Nina.

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Firefox 3.5 veröffentlicht

1 07 2009

Seit gestern gibt es die neue Version meines Lieblingsbrowsers Firefox zum Download.

Firefox 3.5 Logo Ehrlich gesagt interessiert mich die Marketingstrategie, die seit Wochen entwickelt wird, mehr als das Programm selbst. Deshalb empfange ich die Mailingliste des Community Marketings und verfolge gespannt welche Ideen zur Einführung gebracht und umgesetzt werden. Besonders neugierig bin über den Erfolg des Shiretoko Schocks, der heute Abend in Europa ankommt. Dabei geht es darum, dass zur gleichen Zeit alle User einer Region auf sozialen Netwerken wie zum Beispiel Facebook, in Blogs und auf twitter über die neue Firefox-Version posten.

Es gibt einige Verbesserungen, die ich jetzt hier aber nicht alle auflisten brauche. Besonders hervorzuheben sind die verbesserte Perfomance und die Möglichkeit „privat“ zu surfen. Wenn man den privaten Modus aktiviert, hinterlässt man angeblich keine Spuren.

Hier geht’s zum Download: Offizielle Firefox 3.5 Seite
Wer Firefox schon nutzt, kann mit wenigen Klicks updaten. Hierfür einfach auf „Hilfe“ -> „Nach Updates suchen“ klicken und schon geht’s los!

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